Fermignano ist ein Ort mit rund achttausend Einwohnern am Fluss Metauro, wenige Kilometer von Urbino entfernt. Er entstand rund um eine Furt und eine Brücke – und genau dort beginnt man ihn am besten zu entdecken.
Die Brücke und der Turm
Die sogenannte Römerbrücke mit drei Steinbögen verbindet den Ortskern mit dem Südufer des Metauro. Der Überlieferung nach ist sie römisch; das heutige Bauwerk ist jedoch größtenteils mittelalterlich, mit späteren Restaurierungen und einer kleinen Bildnische aus dem 15. Jahrhundert, aus der Zeit Federicos da Montefeltro. Daneben erhebt sich der mittelalterliche Turm, etwa 24 Meter hoch und vielleicht auf älteren Fundamenten errichtet. Zusammen mit der Brücke kontrollierte er den Flussübergang, erhob Zoll und verteidigte den Ort. Er ist das Wahrzeichen Fermignanos.
Papiermühle und Wollspinnerei
Direkt neben dem Turm wurde 1408 eine Papiermühle gegründet, eine der ersten in den Marken nach der von Fabriano. 1507 schenkte Herzog Guidobaldo I. sie der Cappella Musicale von Urbino; später wurde das Gebäude zur Wollspinnerei. Die Kraft des Metauro machte Fermignano über Jahrhunderte zu einem kleinen Industriezentrum, und die Turbinen der alten Mühle erzeugen heute wieder Strom aus Wasserkraft.
Bramantes Heimatort
Hier wurde 1444 Donato Bramante geboren, der Architekt des neuen Petersdoms in Rom und des Tempietto von San Pietro in Montorio. Der Ort erinnert an ihn mit einer Bibliothek und einer Galerie für zeitgenössische Kunst, die seinen Namen tragen. Der Überlieferung nach kam er in der Gegend des Monte Asdrualdo zur Welt, in den Hügeln über dem Ort.
Hasdrubal und der Metauro
Schon der Name Monte Asdrualdo erinnert an eine andere Geschichte. 207 v. Chr. besiegten die Römer am Metauro das karthagische Heer unter Hasdrubal, dem Bruder Hannibals. Wo genau die Schlacht stattfand, ist bis heute umstritten, doch bereits im 15. Jahrhundert brachte der Historiker Flavio Biondo den Hügel mit dem karthagischen Feldherrn in Verbindung.
Weitere Stationen der Geschichte
- 1502 schlug Cesare Borgia sein Lager in Fermignano auf, bevor er auf Urbino zog.
- 1607 gewährte Herzog Francesco Maria II. della Rovere dem Ort einen eigenen Rat – die Unabhängigkeit, die man bis heute mit dem Palio della Rana feiert.
- 1818 wurde Fermignano nach langem Streit mit Urbino eine eigenständige Gemeinde.
Ein Rundgang von einer Stunde
Beginnen Sie an Brücke und Turm, gehen Sie die Hauptstraße hinauf bis zum Mascherone-Brunnen, früher eine Pferdetränke, und blicken Sie vom anderen Flussufer auf den Ort – dort gelingt das schönste Foto. Danach kommen Sie zum Mittagessen zu uns: Wir sind in der Via Santa Caterina da Siena, nur wenige Schritte vom Zentrum.

